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Es werden Posts vom April, 2019 angezeigt.

Kapitel vierundzwanzig

„Medina wir haben eine Nachricht für dich, die uns selber sehr leid tut. Dein Vater und ich müssen morgen auf eine wichtige Gala, die von sehr großer Bedeutung für die Firma deines Vaters und dessen Zukunft ist.“ Mama sah gar nicht so aus, als würde es ihr leidtun, sondern eher froh, dass sie mich an Weihnachten nicht ertragen musste und stattdessen mit ihrem Mann in den Glamour eintauchen konnte. „Ihr wollt mich nicht wirklich an Weihnachten allein lassen!“, motzte ich und donnerte mein Besteck auf den Tisch. Ich konnte es nicht fassen, das war mal wieder typisch meine Eltern! Geld ging bei ihnen immer vor. „Es tut mir Leid mein Kind. Ich frage drüben bei den Kirschbaums nach, Lucas Mutter freut sich bestimmt dich zu sehen.“ „Ihr seid nicht meine Eltern, das geht doch nicht!“, schrie ich, dann rannte ich nach oben, schnappte mein Handy und tippte unter Tränen eine SMS an Lucas: Meine Eltern gehen Morgen auf eine Gala, kann ich zu dir kommen? Will hier nicht bleiben! BITTE  B...

Kapitel dreiundzwanzig

Seine Mutter half mir noch schnell beim Aufmachen vom Korsett und fieselte die Haare aus dem Diadem. „Das hat dir Spaß gemacht, oder?“, erkundigte sie sich und ich nickte. „Es war wie ein Traum.“ „Lucas und du passen wirklich super zusammen“. „Ja, irgendwie schon…aber Marcus liebe ich und Lucas ist…naja Lucas, ihn kenne ich seit einer Ewigkeit. Irgendwie verwandelt sich das jetzt in eine Dreiecksbeziehung“, gab ich zu. „Du wirst dich schon einmal richtig entscheiden“, gab mir Lucia neue Hoffnung und endlich war ich wieder in meiner Jogginghose und dem total verschmierten Pulli. „Willst du dich vielleicht noch Baden? Da drüben ist ein Wirlpool. Du hast jetzt sicher geschwitzt und mein lieber Sohn hat sicher einen neuen Pulli für dich. Den wasche ich jetzt schnell und ich sage deinen Eltern Bescheid, dass du in einer Stunde daheim sein wirst.“ Ich nahm das Angebot liebend gern an, ich...

Kapitel zweiundzwanzig

Da wurde ich plötzlich aus meinen Träumen gerissen. Irgendetwas war runter gefallen. Verschlafen setzte ich mich auf und sah mich in meinem Zimmer um. Es war sehr klein, jedenfalls kleiner als das in unserem Schloss nahe von München und weiß gestrichen. Die Decke bestand aus Holz und da es ein Fachwerkhaus war, sah man auf der Seite die Stützbalken, an denen ich Fotos von meinen Freunden und meiner Familie geheftet hatte. Das große alte Himmelbett nahm schon ein Drittel vom Raum ein und gegenüber stand ein alter Holzschrank in dem meine Kleidung aufbewahrt wurde, allerdings nur die Kleidung die ich schon sehr, sehr lange besaß. Den Rest nahm ich ja immer mit ins Internat, oder war in unserem Stammsitz an der Ostsee. Medina betrachtete gerade interessiert mein Bücherregal und die Andenken aus vergangenen Zeiten die ich darauf platziert hatte. Sie war anscheinend dagegen gestoßen, denn auf dem Boden lag ein aufgeschlagenes Buch, es sah ...

Kapitel einundzwanzig

Lucas Ferienhaus war riesig, ich konnte mir gar nicht vorstellen wie erst das normale Haus aussah. Seine Mutter hatte mal etwas von einem Märchenschloss erzählt, aber das konnte ich mir nicht vorstellen. Es war sicher nur ein Scherz gewesen. Von den Leuten, die auf das Haus aufpassten wurde sogar schon einen Christbaum aufgestellt. Mein Aupair hatte früher auch immer einen mit mir geschmückt, es war eine der schönsten Kindheitserinnerungen. Wir stellten meine Tasche oben in Lucas Zimmer ab und machten uns erst einmal daran den Kühlschrank zu plündern. Die Uhr zeigte 2 Uhr Nachts. „Das ist kein Mitternachtsessen, sondern ein 2 Uhr essen“, kicherte ich und biss in ein Sandwich, das aus Chips, Ketchup, Salat, Käse und Gurkenscheiben bestand. „Stimmt, das müssen wir öfter machen.“  Lucas hatte seinen Hot-Dog mit Keksen, Salami und Majo verziert. Als wir aufgegessen hatten, gingen wir zurück ins Zimmer und ich legte mich rücklings auf sein großes, weiches Himmelbett. „Willst du...

Kapitel zwanzig

Ich war gerade auf Lucas Schoß eingedöst, da wurde ich durch laute Schritte plötzlich aus dem Schlaf gerissen. Es war ein regelrechtes Stampfen. Genervt öffnete ich meine Augen und dachte ich träume, als Marcus wie ein Irrer auf uns zu stürmte. Lucas zog sofort seinen Arm von meinen Haaren zurück, die er gerade um seine Finger gedreht hatte. „DU ARSCH NIMM DIE PFOTEN VON MEINEM MÄDCHEN!!!“, brüllte er und zerrte mich tatsächlich einfach von Lucas weg. Das ging ja gar nicht! „Spinnst du! Wie viel hast du denn getrunken? LASS MICH LOS!!!” „Ganz bestimmt nicht mein Schatz“, lallte er und versuchte mich zu küssen. „Hey spinnst du. Du bist ja voll! Lass sie los!“, mischte sich da Lucas ein, dabei zerrte er mich von Marcus weg und bugsierte mich auf die Sitzbank. Mein Kumpel stand jetzt mit dem Rücken vor mir, ich konnte nichts mehr sehen. -„EY WAS SOLLTE DAAAAS SPINNSTE DAS IST MEINE FREUNDIN UND ICH KANN MIT IHR MACHEN WAS ICH WILL! DAS IST EIN FREIES LAND!!!!“ Lucas blieb ganz ruhig...

Kapitel neunzehn

Endlich war es soweit, die Reise in unser Ferienhaus konnte losgehen. Es war zwar nicht so ein Gedränge im Bus wie bei der Fahrt nach den Sommerferien aber zu ging es trotzdem. Diesmal setzten wir uns nicht in eine 4er Gruppe, denn Marcus wollte jetzt natürlich neben Medina sitzen, deshalb ergatterten wir die allerletzte Bank. Medina setzte sich zwischen mich und Marcus. Ich wollte gerade etwas zu ihr sagen, da zog Marcus sie zu sich auf den Schoß und begann wie ein irrer ihr die Zunge in den Hals zu stecken. War das widerlich, ich drehte mich weg und sah aus dem Fenster in den regenverhangenen Himmel, typische Weihnachten in Deutschland: Regen und nochmals Regen, Schnee gab es hier eigentlich nie. Da ich mit Eva und Nick auch nicht wirklich reden konnte, kramte ich meinen Nintendo aus der Tasche und ließ meinen Mario von einem Level ins nächste hüpfen, ich hatte das Spiel schon auf allen Konsolen die je rausgekommen waren gespielt und mit die...

Kapitel achtzehn

Sie lag zwischen mir und Marcus und schlief tief und fest. Ihre schwarzen Haare umrandeten wild ihr Gesicht und ich sah erst jetzt, dass auf ihrer Nase kleine Sommersprossen waren. Sie war wirklich unglaublich schön. Eine mir unbekannte Wärme breitete sich in mir aus und ich verspürte den unheimlichen Drang sie zu küssen. Ich zwang mich weg zu sehen und vergrub mich tiefer in der Decke, doch da stoß ich mit meinem Fuß gegen ihren warmen Unterschenkel und ein Kribbeln durchfuhr meinen Körper. Panisch versuchte ich so viel Abstand wie möglich zwischen uns zu bringen, schob sogar mein Kissen zwischen uns und wickelte mich in eine Wolldecke. Ich wollte jetzt auf keinen Fall die Freundschaft zu meinen besten Freunden gefährden und noch schlimmer eine Verbindung eingehen! Um das komische Verlangen zu unterdrücken biss ich mir feste in die Faust und kniff meine Augen zusammen. Ich verharrte in einer Embryostellung un...

Kapitel dreizehn

Ich schmeckte Blut im Mund und spürte eine Hand die mir beruhigend über den Rücken strich. Ich erkannte sie sofort: Meine Mutter Lucia. Ich erbrach mich noch einmal und nahm das Taschentuch dankend an, was sie mir hinhielt. Als ich mir über das Gesicht wischte wurde es blutrot. Ich kniete auf der Matratze und krümmte mich unter höllischen Schmerzen. Ich musste aussehen wie Lupin bei Harry Potter, wenn er zum Werwolf wird. „Was ist mit meinem Sohn!“, schrie Mutter verzweifelt, „Wird er sterben?“ Ich hörte alles, als wäre es ganz weit weg und sehen konnte ich auch nur verschwommen. Eine Frauenstimme beantwortete ihre Frage ganz ruhig: „Wir wissen es nicht. Wir hatten noch nie eine männliche Daya. Wir wissen nicht was bei ihm normal ist. Ich denke, wenn er stark genug ist wird er es schaffen. Ist das spannend.“ Ich wusste wer diese Frau war, sie war der Daya Boss Kamit. Das Oberhaupt des hohen Rates. „Sie klingen so als wäre sein Leben egal! Für sie ist er ja nur ein Forschungsobj...

Kapitel siebzehn

Am Abend war eine Party in der WG von mir und Marcus. Wir hatten sie als Freunde gemeinsam organisiert und wollten feiern, dass ich endlich wieder gesund war. Ich hatte mich für eine Jeans und ein dunkles Hemd entschieden und hielt von Anfang an Ausschau was Medina so machte und stand still an eine Wand gelehnt da. Medina tanzte mit Eva und Nick in einem Kreis. Eigentlich hatte ich meine beste Freundin am Abend zuvor sogar verraten. Ich hatte Maja Nachhilfe gegeben. Im Nachhinein wusste ich selbst nicht was mich da geritten hatte, obwohl es sehr wahrscheinlich an meinem neu zurück gewonnenen Leben als Single lag. Naja ein unverbindliche Nachmittag war auch mal schön gewesen. Es blieb natürlich unter mir, Maja und Marcus ein kleines Geheimnis. „Hi Luke, komm hab doch auch ein bisschen Spaß!“, motivierte mich da mein bester Freund und drückte mir ein Glas mit dem teuren Whiskey in die Hand, den er ausgesucht hatte. „Danke Marcus. Darauf h...

Kapitel fünfzehn

Die Untersuchungen von Mary waren nicht sehr schlimm. Sie schrieb alles auf was sie sah und hörte: Tattoo, veränderte Stimme, breitere Schultern, mehr Muskulatur, besseres Gehör. Bei der Blutabnahme zeigte sich auch eine Veränderung, die ich jetzt aber ohne mein Fachwissen wahrscheinlich falsch erklären würde. Beim Laufen und Gewichtheben schlug ich alle Rekorde. Ich hatte also tatsächlich meine Kräfte. Geil! Wir setzten uns noch einmal in Ruhe in Marys Untersuchungsraum zusammen und Kamit wirkte sichtlich zufrieden. -„Alle Tests waren erfolgreich und ich würde mich sehr freuen wenn du bald meinem Rat beitreten würdest und mich im Kampf unterstützt.“ „Da gibt es nur ein Problem. Er hat noch keine Auserwählte“, schaltete sich Mary ein. „Wir haben aber eine Verdächtige, müssten nur einen Bluttest machen“, meinte Mutter und wir alle nickten. „Wer ist es? Hat sie Potential ...

Kapitel vierzehn

Plötzlich spürte ich gar nichts mehr. War ich Tod? Nein das konnte nicht sein. Vorsichtig öffnete ich meine Augen. Ich lag immer noch auf dem gleichen Bett in dem gleichen Saal und mein Körper war immer noch voller Blut und Erbrochenem. Aber es kam kein Blut mehr, das alte hatte sich verkrustet und ich sah aus wie ein Marmorkuchen nur statt weißen Flecken waren es rote. Ich versuchte mich aufzurichten und ein stechender Schmerz durchfuhr mich, also blieb ich weiterhin still liegen, denn sogar die Arme zu bewegen tat weh. Als ich nach meiner Tante rief klang meine Stimme irgendwie anders…tiefer. Sie kam sofort und starrte mich mit großen Augen an. „Ich muss sofort Kamit anrufen. Wir müssen die Veränderungen überprüfen“, waren ihre einzigen Worte bevor sie wieder ging. Seltsam. Ich sah an mir herunter und versuchte etwas zu suchen an dem sie erkannt hatte, weshalb etwas anders war und ich fand es sofort: An meinem re...

Kapitel sechzehn

Als ich endlich entlassen wurde beschäftigte mich die Unterhaltung mit Kamit immer noch. Was sollte ich tun? Wenn ich Medina glücklich mit Marcus in der Pause sah, dachte ich ab diesem Treffen immer daran, dass sie eigentlich mir gehören müsste. Ich wollte aber das Glück meiner besten Freunde nicht gefährden! Sie waren neben meiner Familie die wichtigsten Menschen für mich. Medina war so ein fantastisches Mädchen und ich konnte Marcus 100%ig verstehen wenn er sie liebte. Aber liebten sie sich wirklich? Er hatte mir kurz bevor sie zusammen gekommen waren gesagt, dass er sie unbedingt haben wolle weil sie so hübsch und sexy ist. Hieß das er liebt sie? Oder nicht? Oh man in meinem Kopf war so ein Chaos! Ich wollte doch Medina haben aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht! Sie war meine beste Freundin aber jetzt schon an sie binden? Für immer… nein das konnte ich mir nicht vorstellen. Wo blieb da das Abenteuer? Aber vorsichtshalber schickte ich sie zur Blutabnahme bei meiner Tante. ...