Kapitel fünfzehn
Die Untersuchungen von Mary waren nicht sehr schlimm. Sie schrieb alles auf was sie sah und hörte: Tattoo, veränderte Stimme, breitere Schultern, mehr Muskulatur, besseres Gehör.
Bei der Blutabnahme zeigte sich auch eine Veränderung, die ich jetzt aber ohne mein Fachwissen wahrscheinlich falsch erklären würde.
Beim Laufen und Gewichtheben schlug ich alle Rekorde. Ich hatte also tatsächlich meine Kräfte. Geil!
Wir setzten uns noch einmal in Ruhe in Marys Untersuchungsraum zusammen und Kamit wirkte sichtlich zufrieden.
-„Alle Tests waren erfolgreich und ich würde mich sehr freuen wenn du bald meinem Rat beitreten würdest und mich im Kampf unterstützt.“
„Da gibt es nur ein Problem. Er hat noch keine Auserwählte“, schaltete sich Mary ein.
„Wir haben aber eine Verdächtige, müssten nur einen Bluttest machen“, meinte Mutter und wir alle nickten.
„Wer ist es? Hat sie Potential für eine so wichtige Position? Lucas ich habe Großes mit dir vor und möchte kein Risiko eingehen“, fragte Kamit interessiert und zückte ihr Tablet.
„Sie heißt Medina und ist schon lange eine enge Freundin von Lucas. In den Ferien hat sie oft bei uns übernachtet. Ich denke sie wäre gut für die Position“, antwortete meine Mutter.
„Perfekt, dann holen wir ihr Blut!“, freute sich Kamit und tippte.
Da hielt ich sie abrupt auf: „Ich mag mich noch nicht mit ihr verbinden. Ich möchte im Februar auch noch mit der Truppe trainieren und anschließend nach Afrika, da ist die Verbindung jetzt wirklich ein richtig doofer Zeitpunkt.“
„Du magst wirklich nach Afrika? Da haben wir eigentlich Arvid eingeplant. Lucas, ich weiß nicht ob das eine so gute Idee ist. Dein Bruder kennt die Truppe viel besser im Moment und du bringst dich in unnötige Gefahr, vor allem wenn eine Verbindung kurz bevor steht. Wir brauchen dein Erbgut.“ Kamit seufzte tief und strich sich nervös über die Stirn.
Ich wollte unbedingt zu diesem Einsatz. Es ging um Rohstoffe für die „Deutsche-Daya- Verbindung“ und einem Bezirksstreit deswegen. Ein richtiges Abenteuer, dass mir vor der unveränderlichen Verbindung gut tun würde. Meinem Bruder würde ich diesen wichtigen Auftrag niemals überlassen. Er war genauer gesagt mein Halbbruder und als Offizier und Agent bei Kamit im Dienst.
„Bitte Kamit. Ich passe auch gut auf mich auf und wenn ich zurück komme gehe ich sofort die Verbindung ein. Ich brauche das einfach ein letztes Mal bevor ich sesshaft werde. Arvid kann mir ja alles zeigen und danach Medina bewachen.“
Die Königin runzelte die Stirn und wandte sich an meine Mutter: „Lucy was meinst du?“
„Ich würde sie im Ferienhaus die nächsten zwei Wochen beobachten. Medina ist noch nicht einmal 19. Denke da würde nichts in Gefahr geraten.“
„Okay auf eure Verantwortung. Ich möchte in drei Jahren aber hier eine neue kleine Daya mit Lucas als Vater sehen“, schloss Kamit die Diskussion.
„Das verspreche ich“, stimmte ich zu und grinste breit.
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