Kapitel dreizehn

Ich schmeckte Blut im Mund und spürte eine Hand die mir beruhigend über den Rücken strich. Ich erkannte sie sofort: Meine Mutter Lucia. Ich erbrach mich noch einmal und nahm das Taschentuch dankend an, was sie mir hinhielt. Als ich mir über das Gesicht wischte wurde es blutrot. Ich kniete auf der Matratze und krümmte mich unter höllischen Schmerzen. Ich musste aussehen wie Lupin bei Harry Potter, wenn er zum Werwolf wird.

„Was ist mit meinem Sohn!“, schrie Mutter verzweifelt, „Wird er sterben?“
Ich hörte alles, als wäre es ganz weit weg und sehen konnte ich auch nur verschwommen.
Eine Frauenstimme beantwortete ihre Frage ganz ruhig: „Wir wissen es nicht. Wir hatten noch nie eine männliche Daya. Wir wissen nicht was bei ihm normal ist. Ich denke, wenn er stark genug ist wird er es schaffen. Ist das spannend.“ Ich wusste wer diese Frau war, sie war der Daya Boss Kamit. Das Oberhaupt des hohen Rates.
„Sie klingen so als wäre sein Leben egal! Für sie ist er ja nur ein Forschungsobjekt mit dem sie ihre Spielchen treiben können. Aber es ist mein Sohn der hier verblutet! Das einzige was mich an meinen Mann erinnert“, schluchzte Lucia. Sie schloss mich in die Arme und ihr war egal, dass ich ihr weißes Kleid mit Blut volltropfte.

„Wir verstehen doch, dass dir sehr viel an ihm liegt. Aber was sollen wir deiner Meinung nach machen? Wir wissen nichts über das was hier geschieht!“, versuchte Tante Marys Stimme sie zu beruhigen, doch es half nichts. Mutter weinte weiter und drückte mich noch enger an sich. Ich spürte ihre Tränen an meinem nackten Rücken hinunter kullern, sie brannten wie Feuer.
„Frau von Kirschbaum lassen sie kurz von ihm ab. Wir gehen in die Stadt eine Tasse Kaffee trinken, das beruhigt sie bestimmt ein bisschen“, meinte Kamit. Ich spürte, das Mama zögerte, dann stand sie aber auf, küsste mich ein zweites Mal auf die Stirn und flüsterte: „Ich komme wieder“. Sie musste tun was Kamit sagte und ehrlich gesagt war ich froh ihr Weinen nicht hören zu müssen.
Bevor die Big „Bossin“ auch das Zimmer verließ erklärte Mary ihr was sie noch machen würde: „Ich reibe ihn mit diesem Mittel hier ein, es wird ihm zwar höllisch wehtun, aber es ist das stärkste was wir gegen Blutungen benutzen dürfen und spritze ihm ein Schmerzmittel und eines gegen innere Blutungen.“

Kamit stimmte zu und ich war mit Mary allein.
„Werde ich sterben?“, röchelte ich mit einer Stimme die ich nicht kannte.
„Ich hoffe nicht“, seufzte sie, „Jedenfalls passiert etwas mit dir, was ich noch nie gesehen habe.“
Ich hörte wie Stoff zerschnitten wurde und ohne, das ich mich wehren konnte wurde ich durch meine Tante noch meiner Hose entledigt. Alles was sie tat sah ich verschwommen. Meine ganze Haut war mit den Schnitten übersät die heute Morgen nur meinen Bauch geziert hatten und sie stachen wie Nadeln in die Haut. Das wegreißen war noch schlimmer. Ich war wieder der Ohnmacht nahe und das Mittel, was sie mir jetzt in die Haut einmassierte gab mir den Rest. Ich fiel wieder zurück in die Kissen und das einzige was ich noch mitbekam war das Brennen meines Körpers, der versuchte einen Kampf zu gewinnen. Den schlimmsten Kampf meines Lebens. Das Beste wäre jetzt einfach der Tod gewesen. Ich hätte ihn mit offenen Armen empfangen. Aber es hörte nicht auf. Dagegen war ja der Zweikampf gegen Napoleon ein Kinderspielchen gewesen.

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