Kapitel siebzehn
Am Abend war eine Party in der WG von mir und Marcus. Wir hatten sie als Freunde gemeinsam organisiert und wollten feiern, dass ich endlich wieder gesund war. Ich hatte mich für eine Jeans und ein dunkles Hemd entschieden und hielt von Anfang an Ausschau was Medina so machte und stand still an eine Wand gelehnt da. Medina tanzte mit Eva und Nick in einem Kreis.
Eigentlich hatte ich meine beste Freundin am Abend zuvor sogar verraten. Ich hatte Maja Nachhilfe gegeben. Im Nachhinein wusste ich selbst nicht was mich da geritten hatte, obwohl es sehr wahrscheinlich an meinem neu zurück gewonnenen Leben als Single lag. Naja ein unverbindliche Nachmittag war auch mal schön gewesen. Es blieb natürlich unter mir, Maja und Marcus ein kleines Geheimnis.
„Hi Luke, komm hab doch auch ein bisschen Spaß!“, motivierte mich da mein bester Freund und drückte mir ein Glas mit dem teuren Whiskey in die Hand, den er ausgesucht hatte.
„Danke Marcus. Darauf hab ich gewartet“, witzelte ich und nahm einen großen Schluck. Marcus war schon angetrunken und tänzelte neben mir hin und her.
-„Wusste ich doch! Komm suchen wir dir ein Mädchen!“
-„Grad bitte nicht Bruder, will bisschen Abstand. Hab ja erst mit Antonella Schluss gemacht.“
„Okay Mann, I feel you. Ich schau mal zu Medina. Wir sehen uns“, verabschiedete er sich und klopfte mir auf die Schulter, „Hab Spaß Mann. Magst später Gras?“
Ich nickte und schenkte mir nach.
Die Musik wurde immer lauter und ich trank immer mehr. Medina tanzte vor meinen Augen mit Marcus, während ich weiterhin an meinem Platz verharrte.
Seitdem ich jetzt erwachsen war fühlte ich mich schon mehr zu Medina hingezogen, auch wenn ich immer noch nicht das Bedürfnis nach einer Beziehung verspürte, war sie schon sehr interessant für mich. Marcus war seit sechs Jahren mein bester Freund und ich hatte mir geschworen nie eine Beziehung von ihm zu zerstören also hielt ich mich daran.
Das Licht fiel aber auch so wunderbar auf ihre dunklen Haare und sie bewegte sich so wunderschön zu der Musik. Sie konnte sich geschmeidig an Marcus Bewegungen anpassen und ich musste an unser Training denken, bei dem sie in meinen Armen lag.
Sie trug ein hautenges, kurzes, rotes Kleid und hohe schwarze Lackschuhe. Sehr sexy. Lachend verschwand sie in diesem Moment mit Marcus in der Küche.
„Komm gib endlich zu, dass du sie willst“, lachte Nick und schlug mir auf die Schulter. In einer Hand eine qualmende Zigarette und in der anderen einen Schnaps.
„Nein verdammt“, kicherte ich auf unpassende Weise. Immer wenn ich betrunken war konnte ich nicht ernst bleiben sondern lachte, kicherte und prustete wie ein kleines Kind. Wahrscheinlich sogar wenn jemand sterben würde.
„Doch verdammt. Du willst sie und zwar sogar jetzt und sofort“, konterte Nick nach einem langen Zug an der Zigarette.
Ich schüttelte lange meinen Kopf hin und her und rutschte an der Wand hinunter bis ich am Boden saß. Oh war da viel Müll…
„Ich will nur mit ihr tanzen!“, sagte ich mit Nachdruck und zog Nick mit zu mir runter.
Wir saßen nebeneinander zwischen aufgerissenen Chipspackungen am Teppich als er fragte: „Tanzen? Warum nicht mehr?“
„Spinnst du neee bin doch frei Alter und mit Medina nee besser nicht“, antwortete ich und zog an der Zigarette die er mir anbot. Eigentlich wollte ich ja seit Medina da war nicht mehr rauchen und trinken aber jetzt war es eh schon egal.
„Hä was besser nicht?“, wunderte sich Medina, deren Beine plötzlich den Blick auf die Tanzflächen versperrten.
„Er mag nicht mit dir rumknutschen“, kicherte Nick und lehnte sich an meine Schulter.
„Achsooo ich hatte schon Angst er tanzt nicht mit mir“, witzelte meine beste Freundin und fing laut an zu lachen.
Sie half mir wieder auf die Beine und ich sah einen Moment wie sich die Welt drehte.
„Hast du etwa zu viel getrunken Luke?“, fragte sie besorgt und hielt mich am Arm fest.
„Neee“, lachte ich und sie blickte mir besorgt ins Gesicht. Ihre Augen bewegten sich von links nach rechts.
Mir festem Griff drückte sie mich wieder zu Boden und hielt mir eine Schüssel hin.
Ich war enttäuscht und lallte langsam: „Tanzt du nicht mit mir?“
-„Nein Luke ich kenne dich. Du wirst gleich nicht mehr in der Lage sein zu tanzen. Bitte bleib hier, ich hole Marcus und er bringt dich ins Bett.“
Ich war traurig. Ich hätte so gerne mit ihr getanzt und jetzt saß ich hier auf dem Boden und sie musste sich darum kümmern, dass ich in mein Bett komme.
Marcus tauchte kurz darauf auf und während alles schief lag legte ich mich in mein weiches Bett.
„Komm ich bleib auch gleich da“, lachte mein bester Freund und wir teilten uns eine Zigarette. Komischerweise ging es mir danach gleich besser. Über uns an der Decke hingen verschiedene Fotos unserer Clique.
„Du Luke“, seufzte Marcus und drehte sich zu mir.
„Du Marcus.“ Ich pustete den Rauch mit einem Lächeln an die Decke und die Fotos verschwammen im Rauch der Zigaretten.
„Ich hab irgendwie immer noch Angst ich verliere Medina an dich. Weißt du, dass sie einfach...puff…bei dir ist. Ich mein ich bin total cool und so aber du…du Bro bist super cool“, lallte er und bohrte seinen Zeigefinger in meine Brust.
„Super cool Bra. Ja ich bin super cool aber du bist der den Medina cool findet Mann!“, lachte ich. Meinen Kopf hielt ich möglichst still. Wollte nicht, dass er sich wieder drehte.
„Yes du hast recht. Manche sagen ja sie wissen zu wenig über mich oder? Aber weißt du was, du weißt alles über mich Luke!“ Er legte seinen Kopf auf mein Kissen und deutete auf ein Bild der Fußballmannschaft. Die Asche fiel langsam auf sein schwarzes Shirt.
„Ja man ich bin dein bester Freund Bro! Weißt du was? Du bist mega reich, mega sportlich und deine Eltern sind mega geheime Leute man!“, stellte ich lallend fest und legte meinen Kopf auf seine Brust.
„You know me man“, giggelte er und mir fielen die Augen zu. Am nächsten Tag konnte ich mich an nichts mehr erinnern.
Jedenfalls lag Medina um 13 Uhr neben uns im Bett als ich meine Augen aufschlug.
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