Kapitel zwei

Eine von Majas Freundinnen zwinkerte zu meiner Überraschung Lucas flirtend zu, doch er tat so als hätte er es nicht bemerkt.
„Aha Medina, das ist ja toll. Gut, dass du über deine Niederlage bei Marcus hinweg bist!“, stieß Maja sofort einen ihrer giftigen Stachel ab und grinste hämisch.
„Schön, dass dir das gefällt. Wie ich bemerkt habe, hast du ja aufgegeben hinter Lucas herzurennen“, giftete ich zurück und baute mich vor ihr auf.
„Weil ich je auf den gestanden hab. Den wollen ja eh schon genug und du anscheinend auch!“, führte sie unseren Kampf weiter und machte sich noch größer.
-„Aber bei deinen Freunden muss man ja auch mit den Taschenrechner anfangen!“
„Haha guter Witz! Naja ich wünsche euch noch weiterhin viel Spaß und ich glaube die anderen freuen sich schon auf den neusten Klatsch!“, provozierte sie weiter und warf ihre lange schwarze Haarmähne zurück.

-„Das wagst du nicht!“
-„Da wirst du noch staunen was ich alles wage du blöde Bitch!“
„Was haben wir denn dir getan, dass du so scheiße zu uns bist?“, fragte ich jetzt und Maja kniff ihre Augen wütend zusammen.
„Du frägst mich das ernsthaft?! Weißt du wie schwer es war Marcus nach deinem scheiß Abschied für mich zu haben?! Und jetzt kommst du hier in den Bus spaziert und bei dir und Lucas ist alles super?!“, giftete Maja und ihre Freundinnen nickten zustimmend. So war das also, sie motzte mich an, weil ich die Ex von ihrem jetzigen Boyfriend war.
„Aha so läuft das also bei dir? Du stellst eine Andere im Blog bloß, nur weil sie deinem Freund das Herz gebrochen hat", lachte ich sie aus und meine Freunde lachten mit mir. Der schul log war eine Internetseite, wo eine anonyme Schülerin Klatsch über Mitschüler verbreitete.
Lucas lachte laut auf: „Wie peinlich ist das denn? Du solltest doch froh sein, dass du Marcus jetzt für dich hast.“
„Du sei bloß still! Du machst mich vor deinem besten Freund nur schlecht“, fuhr ihm Maja über den Mund und Lucas lachte nur noch lauter.
„Ha! Du verzweifelte *Piep*, du bist selbst Schuld, dass du so einen schlechten Ruf hast! Wieviele Jungs von der Klasse hast du noch nicht flach gelegt? Drei? Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, du bist nicht so gut wie alle sagen.“ Jetzt musste ich auch kichern und auch ihre Freundinnen mussten sich das Lachen verkneifen.

„Ich mache eure Freundschaft kaputt! Jawohl! Dafür sorge ich!“, kreischte sie laut und schon war sie auf ihren Lady Gaga High-Heels davon gestöckelt und nur eine miese Stimmung zeugte noch von ihrer Anwesenheit. Die eine Freundin von ihr, drehte sich noch einmal kurz um und warf Lucas einen Kusshand zu. War das seine neue Freundin? Nein das konnte nicht sein, das war doch Lulu, das dümmste Mädchen von allen, mit dem dümmsten Namen!

„Toll jetzt startet wieder der Gerüchtekampf wegen uns“, seufzte Lucas, während ich mich wieder neben ihm niederließ.
„Um den kommen wir anscheinend nicht rum. Aber das hat sich jetzt gelohnt“, stöhnte ich ebenso scheiße drauf und lehnte mich im Sitz zurück. Da kam etwas, das meine Stimmung deutlich steigerte: Die Kellnerin, die immer mit einem kleinen Bauchladen mit Süßigkeiten und anderen Kleinigkeiten durch den Mittelgang wanderte.
„Willst du was?“, fragte Lucas und kramte eine Geldbörse aus seiner Collegejacke.
„Klar, danke“, freute ich mich über das Angebot und ließ Lucas eine Tüte Gummibärchen für mich kaufen. Wenig später lag ich glücklich mit dem Kopf auf Lucas Schoß und ließ mich mit Gummibärchen füttern, während er in regelmäßigen Abständen naschte.
„Sind du und Marcus eigentlich noch befreundet?“, mummelte ich mit vollem Mund.
-„Ja schon sehen uns aber nur wenn Maja nicht dabei ist. Er ist eigentlich noch voll okay“.
„Gut, hoffentlich ist er nicht sauer auf mich. Ich kann ja nichts dafür, dass Fernbeziehungen so ein scheiß sind“. Schuldgefühle stiegen in mir auf, ich hätte vielleicht doch einmal nach Deutschland zurückfliegen sollen, aber ich hatte Angst, dass das für die anderen dann noch schwieriger werden würde. Marcus war nur einmal an meinem 17. Geburtstag gekommen, da hatten wir uns das letzte Mal richtig gesehen.
-„Eben und jetzt mach dir keinen Kopf, ihr wart ja früher auch nur befreundet“.
In diesem Moment griff eine mir unbekannte Hand in die Gummibärchentüte und irritiert sah ich auf. Es war ein Junge mit dunkelbraunen verwuschelten Haaren und großen braunen Augen. Die andere Hand hatte er in die von Eva gelegt.
„Hi ich bin Nick“, stellte sich der neue in unserer Clique vor und ich nickte mit vollem Mund.
„Das ist Medina“, antwortete Lucas für mich und ich knuffte ihn dafür leicht in den Bauch natürlich so, dass es seinem Sixpack nicht schaden konnte, „und sie neigt leicht zur Gewalt“.

Darauf folgte ein stärkerer Knuff nachdem ich mich aufgesetzt hatte. Nick dankte uns mit einem breiten Grinsen.
„Stimmt das was wir vorne aufgeschnappt haben? Ihr zwei seit wieder zusammen? Habt nach zwei Jahren wieder glücklich zusammengefunden“, fragte Eva grinsend. Sie wusste genau, dass das eine Lüge war.
„Nein diese doofe Tussi hat wieder was in den falschen Hals bekommen“, zischte ich, ich kochte vor Wut!
„Maja?“, fragte Nick und ließ sich gegenüber von Lucas nieder, die beiden waren auch schon lange befreundet.
„Jep“, gab Lucas zurück und griff wieder in meine Tüte, „Wir sind nur befreundet nicht mehr und nicht weniger“.
„Und wie kommt Maja darauf, dass ihr nicht mehr nur befreundet seit? Was habt ihr wieder angestellt?“, fragte meine beste Freundin und lehnte sich neben ihren Freund.
Ich erzählte ihr die ganze Geschichte plus Streit und allem Drum und Dran.
„Mir würde das aber auch so vorkommen als würdest du Lucas küssen wollen. Natürlich nur, wenn ich dich nicht kennen würde“, gab sie zurück, mal wieder total ehrlich die alte Eva.
„Dankeschön“, warf Lucas ein, „Ich würde sagen wir machen einfach so weiter wie wir vor zwei Jahren aufgehört haben und stören uns nicht an der Meinung anderer.“ „Würde ich an euer Stelle auch machen und wir sind ja auch noch da“, versprach Eva, legte ihren Kopf auf Nicks Schoß, genoss wie er durch ihr Haar strich und schloss die Augen. Bald war sie eingeschlafen.

Mein Handy vibrierte, ein neuer Blogeintrag. Ich tippte auf „Öffnen“ und wie erwartet blickte ich auf ein Bild von mir und Lucas.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kapitel achtzehn

Kapitel dreizehn

Willkommen ❤️