Kapitel zwölf

Als ich nach dem Abendessen zu Lucas kam lag er, einen zerknüllten Zettel lesend auf seinem Bett und machte einen todmüden Eindruck.
„Von wem ist der?“ Ich deutete auf das Blatt Papier und lächelte.
-„Von Antonella sie will mir beweisen, dass sie in echt anders ist. Ich glaub ihr das nicht. Hab heute mit ihr Schluss gemacht, als sie zu Besuch war. Medina, was sagst du dazu? Hab ich richtig gehandelt?“
Er sah mich mit müden Augen an.
„Naja ist deine Entscheidung. Die Beziehung bestand ja eigentlich nur aus Knutschen“, bekräftigte ich ihn und holte dann die Tüte mit den Hausaufgaben hervor, in die Marcus und meine besten Freunde noch Süßigkeiten und ähnliches gepackt hatten.
„Das ist lieb von euch“, sagte er matt und machte mit seinen Fingern zu verstehen, dass ich die Sachen neben das Bett stellen sollte, dann wandte er sich wichtigeren Dingen zu: „Und was machst du heute noch so?“
„Heute Abend ist der klassische „Freitag DVD-Abend“ bei mir und Eva. Schade, dass du fehlst. Marcus sagte sogar, er hätte heute eine Überraschung für mich. Du weißt schon unser Jubiläum, 3 Monate überstanden.“

In meinem Redefluss hatte ich gar nicht bemerkt, das Lucas Gesicht noch käsiger wurde und er eine Hand auf den Mund presste.
„Musst du …?“, fragte ich vorsichtig und er nickte. So schnell ich konnte holte ich den Nachttopf unter dem Bett hervor und reichte ihn ihm. Mit ekligen Geräuschen erbrach er sich darin. Ich wollte gar nicht hinsehen. Bevor er die Schüssel wegstellen konnte kippte er nach hinten und verschüttete den Inhalt der Schüssel über das ganze Bett.

Ich stand wie versteinert vor ihm, ich konnte mich einfach nicht mehr rühren, Blut tropfte aus seinen Mund auf sein ausgeleiertes T-Shirt. Was passierte hier? Ruckartig wurde ich aus der Tür gestoßen und ich sah noch wie Lucas Mutter sich mit Tränen in den Augen über ihren Sohn beugte und ihn auf die Stirn küsste, bevor seine Tante mir die Tür vor der Nase zuschlug.

Ich blieb wie angewurzelt vor der Türe stehen. „Nein das hatte ich mir nur eingebildet. Wir hatten heute Abend ja Tomatensuppe, wahrscheinlich hatte er die wieder hochgewürgt“, redete ich mir ein und ging wie ein Zombie nach Hause, schloss die Tür auf. Marcus nahm mich sofort in den Arm als er sah wie aufgewühlt ich war.
„Da war Blut, ganz viel Blut“, schluchzte ich, dabei zitterte ich am ganzen Leib und klammerte mich ganz fest an meinen Freund.
„Wo war Blut Schatz“, fragte er ruhig.
„Bei Lucas auf seinem Oberkörper überall und es lief aus seinem Mund. Was war das? Ich glaube er stirbt. Ich will nicht, das er stirbt Marcus“, flüsterte ich und Tränen rannen wie Bäche an meiner Wange herunter.
Mein Freund gab aber nicht auf mich aufzuheitern: „Er wird sicher wieder gesund. Lucas hält viel aus, glaub mir. Er schafft das schon“.

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