Kapitel achtundreißig
Nach dem Essen schlenderten wir langsam zurück in unser Wohnhaus.
Kaum hatten wir unsere Wohnung betreten sahen wir das Chaos was wir vor den Ferien zurückgelassen hatten.
„Ich würde jetzt erst einmal aufräumen“, kicherte Eva und schnappte sich zwei Paar Schuhe die mitten im Gang rumlagen. Ein Paar sah aus wie Lucas Chucks, anscheinend hatte er sie mal vergessen. Typisch Jungs, sie taten Dinge die man niemals verstehen würde. War er etwa nur mit Socken zurück ins Jungenhaus gerannt? Wahrscheinlich durch den Keller, der beide Häuser miteinander verband.
Das zweite Paar war meins und ich nahm es ihr ab.
„Die kommen in meinen Schuhschrank. Ich nehm mir dann mal das Wohnzimmer vor.“
Ich hob einige Kissen auf, die neben dem Sofa lagen. Ich schmiss sie immer runter ohne es zu merken.
Dann räumte ich noch eine Schüssel mit alten Gummibärchen in die Küche und goss die Blumen.
Eva putzte gerade die Küche und hatte Maja und Lulu dazu verdonnert mitzuhelfen. Am Ende sah die Wohnung perfekt aus.
„Ich geh jetzt erst mal ins Bett und denke über alles nach. Brauch ja meinen Schönheitsschlaf für Morgen“, gähnte ich und ging zur Türe.
„Okay. Gute Nacht“, wünschte mir Eva, „Ich schaue noch TV.“
Blinzelnd öffnete ich meine Augen. Sonnenstrahlen fielen golden auf mein Bett und verkündeten einen wunderschönen Wintertag.
Als ich auf den Wecker sah war meine Entspanntheit allerdings wieder schnell verflogen, denn er zeigte schon…
„VIERTEL VOR 8!!! SCHEISSE!!!!“, kreischte ich.
Schnell zog ich mich an, schnappte mir noch ein Toast und rannte aus der Wohnung, rannte wieder zurück, holte meine Schultasche und verließ das Wohnhaus.
Im Park traf ich auf Lucas und wir legten den Weg zur Schule gemeinsam zurück.
„Was würdest du machen wenn ich weg müsste?“, wollte da plötzlich Lucas wissen und blieb unter einem Baum stehen.
„Darüber hab ich nie nachgedacht. Du gehst ja eh nicht weg, wenn dann würd ich dir das nicht verzeihen“, kicherte ich und lehnte mich gegen den alten Kirschbaum.
Er kam näher zu mir und stützte seine Hände neben meine Kopf ab. Würde er mich jetzt küssen?
„Du glaubst also ich werde immer bei dir bleiben? Für immer dein bester Freund sein?“, lachte er bitter und ich wunderte mich über seinen plötzlichen Stimmungsumschwung,
-„Ja, das glaube ich, du würdest mich nie plötzlich alleine hier sitzen lassen wie Marcus. Weder als bester Freund, noch als sonst ein Vertrauter.“
Er runzelte die Stirn und seufzte: „So einfach ist das bei mir nicht Prinzessin. Vielleicht werde ich immer bei dir sein aber dann sicher nicht als dein bester Freund, sondern als was ganz anderes.“
„Ach und als was?“ Ich war sichtlich verwirrt.
„Das merkst du dann schon“, flüsterte er und grinste breit.
Ich machte mich von ihm los und mein Herzschlag beruhigte sich wieder einigermaßen.
Plötzlich war er auch wieder normal drauf und fragte: „Wie stellst du dir eigentlich deine Geburtstagsfeier vor? Ein Geschenk habe ich auch schon für dich“.
„Ich glaub ich mache eine Party in unserer Wohnung. Was bekomme ich denn?“
„Verrate ich nicht“, lachte er und ging vor mir in das Klassenzimmer.
Ich setzte mich wieder neben ihn und der Lehrer begann mit dem Unterricht.
Ich freute mich riesig auf meine Geburtstagsfeier, doch wenn ich gewusst hätte was mich da erwarten würde, wäre ich nicht so gut drauf gewesen.
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