Kapitel dreiundvierzig
Als ich sie öffnete kamen noch mehr Tränen. Dieses Geschenk würde mich immer an ihn erinnern. Es war ein Medaillon und es sah sehr alt aus, außen war aus Porzellan eine Rose geformt und der Rest war aus wunderschönem Silber gefertigt, aber das Beste war das kleine Foto von mir und Lucas im inneren des Schmuckstücks. Es zeigte das Bild, das seine Mutter in den alten Kleidern gemacht hatte.
„Ich dachte, so hast du mich immer dabei“, lächelte er traurig und legte sie mir um.
„Danke“, flüsterte ich und umarmte ihn vielleicht zum letzten Mal in meinem Leben.
Als er ging war es als wäre ein Teil von meinem Herzen weggesprengt worden und hätte sich dann in Luft aufgelöst.
Ich wollte nicht mehr auf die Party, aber ich musste und ich wollte das was jetzt passiert war so gut wie möglich überspielen.
Als ich wieder hinunter kam verkündete ich den anderen, dass Lucas zu seiner Familie fahren musste, weil sein Opa gestorben war und außerdem, dass jetzt die Bescherung war.
Ich rief einen nach dem anderen auf und bedankte mich bei allen und dann zog mich ein Junge aus meiner Klasse wieder auf die Tanzfläche.
„Was hast du?“, fragte er, „Du bist irgendwie anders“.
„Nichts. Alles bestens. Ich bin nur glücklich“, sagte ich und drehte mich. Ich liebte diesen Song der gerade lief und er half mir die Tränen zu unterdrücken.
Um 11 Uhr nachts lag ich in meinem Bett und versuchte zu schlafen. Am häufigsten gingen mir die Bilder mit der ersten Begegnung mit Lucas nicht mehr aus dem Kopf und alles was vor 4 Jahren passierte spielte ich in meinen Gedanken noch einmal durch.
„Klasse aufpassen! Wir haben hier euren neuen Mitschüler, er heißt Lucas. Er wird ab heute hier mit euch sein Wissen erweitern“, schrie unsere Klassenleiterin Frau Mittschnitt in den Raum. Lucas sah in der Zeit auch schon total süß aus, er wirkte älter als die anderen Jungs. Mir fiel jetzt ein, dass er eigentlich schon genauso aussah wie heute. Naja vielleicht war er einer der Frühreifen.
Er musste sich neben mich setzten und ich lächelte freundlich. Er grinste breit zurück und holte seine Bücher raus.
„Wie heißt du?“, fragte er als ich meine Sachen wieder zusammenpackte um in die Mittagspause zu gehen.
„Medina“, gab ich zurück, „Hast du schon Freunde gefunden?“
„Ja ein alter Freund von mir geht auch hierher“, gab er zurück und deutete auf Marcus der gerade an der Tür stand.
„Cool mit ihm chill ich auch oft“, lachte ich. Wie konnte ich „Chillen“ damals für so cool empfunden haben und hatte ich damals nicht immer T-Shirts mit lustigen Sprüchen drauf an?
Marcus grinste breit als ich zu ihm kam, daran konnte ich mich noch genau erinnern.
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