Kapitel zweiundvierzig
„Kannst du noch die Chips in die Schüssel tun?“, bat ich Nick und schon verschwand er in der Küche. „Danke!“, rief ich hinterher und half Lucas schnell die Girlande aufzuhängen.
„Du Prinzessin ich muss dir was sagen“, flüsterte er mir zu, „Hast du kurz…“
„Wenn es wegen den Chips ist, ich weiß, dass du die nicht magst. Musst nicht jammern hab dir extra Flips gekauft“
-„Nein, was ganz anderes. Ich….“
Da unterbrach ihn Eva die zwei Kisten mit Bier rein trug.
„Kein BIER HAB ICH GESAGT. Ich möchte Wein und Sekt! “, keifte ich sie an und schnell suchte sie mit den Trägern das weite.
„Was wolltest du sagen?“, erinnerte ich Lucas wieder ganz ruhig.
-„Nichts. Sag ich dir nachher.“
-„OK. MAN FRANZ VORGLÜHEN UM 6 DAS IST NICHT DEIN ERNST!“
Ein dicklicher Junge wankte in den Raum und sang lauthals: „MEDINA DU BIST SO HEISS WIE DIE SONNE UND ICH WILL DIR WÜNSCHEN VIEL WONNE!!!!“
Lucas sprang energisch von der Leiter und zusammen mit Nick konnte er meinen Klassenkameraden aus der Wohnung bringen.
Zum Glück hielt ich mich von Alkohol fern! Viel zu peinlich. Nur der Wein bei der Weihnachtsfeier der Kirschbaums, dem konnte ich nicht fernbleiben.
Lucas verschwand danach unten in seiner Wohnung um sich für die Party schick zu machen.
Eva und Nick halfen mir noch die Gummibärchen in die Schüssel zu füllen, dann verschwanden auch sie.
Ich zog mich in meinem Zimmer zurück und wühlte im Kleiderschrank nach dem richtigen Outfit. Das Blaue? Nein zu aufreizend. Das gelbe? Wann hatte ich das bitte gekauft, das war ja schrecklich. Das Grüne? Ja schon eher. Ah das ist es! Ich nahm das bodenlange Rote vom Bügel und schlüpfte hinein. Jep ich sah gut aus! Ich zog noch die schwarzen Ballerinas an, steckte die Haare locker hoch und das Outfit war perfekt!
Zwei Stunden später war die Party im vollen Gange und ich tanzte die meiste Zeit mit Lucas.
Als gerade ein langsamer Song lief zog mich Lucas plötzlich von der Tanzfläche und bat mich ob er mich kurz allein sprechen könnte. Ich nickte und folgte ihm in mein Zimmer, das ich als Vorsichtsmaßnahme abgeschlossen hatte, sodass kein Pärchen sich darin verkriechen konnte. Eva und die Zicken waren nicht so schlau gewesen.
„Was willst du jetzt so wichtiges mit mir bereden?“, fragte ich und setzte mich aufs Bett.
„Ich möchte mich von dir verabschieden“, sagte er und ließ sich neben mir nieder.
Ich begriff es nicht sofort: „Was soll das heißen, verabschieden? Wohin gehst du? Das ist doch ein Scherz oder?“
„Nein Medina, das ist es nicht. Ich habe ein Stipendium auf einer Musikakademie in LA bekommen. Das ist eine riesen Chance.“
„Du willst mich echt verlassen? Du warst doch immer für mich da und jetzt willst du einfach weg! Du verarschst mich doch oder?! Du hast mir doch letztens noch gesagt du gehst nicht weg!“, schrie ich enttäuscht. Langsam kullerte eine Träne über meine Wange, ich konnte sie nicht mehr zurückhalten.
„Es tut mir wirklich leid. Aber anders geht das nicht. Sonst könntest du nie glücklich sein. Wirklich, du wirst es irgendwann verstehen“, versuchte er mich zu trösten.
„ACH JA UND DESHALB GEHST DU WEG! WIR HABEN UNS EH ZWEI JAHRE NICHT GESEHEN! WANN KOMMST DU DANN EIGENTLICH WIEDER?“ Ich schlug seinen Arm weg, den er um mich legen wollte.
„Das weiß ich noch nicht Prinzessin“, antwortete er ruhig und gab es auf mich zu umarmen, „Ich geh jetzt besser. Meine Mutter wartet schon vor dem Schultor.“
„Du fährst jetzt schon?“, heulte ich und fiel ihm jetzt doch um den Hals. Er war einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, viel wichtiger als meine Eltern.
„Tut mir leid.“ Er sah hilflos aus und küsste mich noch aufs Haar und ich ihn auf die Wange. Wie konnte er jetzt gehen. Meine Tränen tränkten sein Hemd und hinterließen Wimperntuschenflecken.
„Ich habe noch ein Geburtstagsgeschenk für dich, wie versprochen“, flüsterte er und kramte aus seiner Hosentasche eine kleine Dose heraus.
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