Kapitel fünfundzwanzig

„Sind das schöne Formen“, seufzte ich als ich in die alte Holzkiste lugte die mir Lucas Mutter in die Hand gedrückt hatte. Es gab zarte Rosen, kleine Sterne, Figuren die sich an der Hand nahmen. Das Beste war aber eine kleine Krone, sie war wunderschön.
„Ich weiß, die sind seit langer Zeit in unserer Familie“, erklärte sie mir, während die Krone in den Teig eintauchte.
Die Plätzchen wurden dann noch von Lucas Mutter mit Gewürzen bestreut und wir schoben sie in den Ofen.

Da hörten wir die wunderbare Geigenmusik aus dem Wohnzimmer, aber es waren zwei, nicht nur Lucas.
Schnell wusch ich meine Hände ab und schaute neugierig durch die Tür ins Wohnzimmer.
Neben Lucas stand eine junge Frau etwa in meinem Alter und sie sah aus wie ein SUPERMODEL! Lange schwarze Haare, lange schmale Beine. Plötzlich drehte sie sich um und ich sah in ein makelloses Gesicht, ohne einen einzigen Pickel. Wer war das?
„Hallo, du musst Medina sein. Lucas hat mir erzählt, dass du hier bist. Ich bin Nele, eine alte Klassenkameradin“.
„Hi. Ihr spielt wirklich klasse“. Elegant wie nur möglich setzte ich mich auf das vornehme Wohnzimmersofa und schlug meine Beine übereinander.
„Ja, dank ihm. Ich kann das gar nicht“, kicherte Nele und zwinkerte Lucas flirtend zu.
Lucas schickte das Kompliment auf dem gleichen Weg zurück: „Nein du bist hier das super Talent“.
„Kannst du auch ein Instrument spielen Medina?“, fragte mich Nele.
„Nein leider nicht“, seufzte ich, „Aber ich tanze Ballett, seit ich ganz klein bin.“
„Oh toll, dass würde ich auch gerne können. Kannst du was vortanzen,“ Nele wirkte ganz begeistert und ich drehte mich einmal schwungvoll im Kreis. Nele und Lucas klatschten scherzhaft.
„Komm Lucas tanz mit mir“, forderte ich meinen besten Freund auf. Er nickte und ich holte meine Tanzschuhe aus der Reisetasche. Ich trug sowieso schon ein grünes, leicht abstehendes Kleid, weshalb ich nicht in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt war.
Ich und Lucas hatten die letzten Monate intensiv trainiert und waren ein eingespieltes Team. Nele spielte für uns Geige und es war als wüssten wir jeden Ton schon weit bevor er gespielt wurde.
Ich lächelte ihn glücklich an doch hatte da plötzlich das Gefühl er wäre nicht wirklich bei mir.
Während Nele spielte lächelt Lucas stattdessen sie vertraut an. Ich war so eifersüchtig, dass ich sofort in einer Drehung stoppte.

„Wohin gehst du Medina? Gefällt es dir nicht?“ Lucas sah sichtlich verwirrt aus.
„Nein…ähm…war super…aber…ähm ich hol schnell die Plätzchen aus dem…äh…Ofen“, stotterte ich und verließ so schnell wie möglich das Zimmer.

Traurig zog ich mich in meiner Kammer zurück. Tränen begannen zu fließen und ich drückte mein liebstes Kuscheltier an mich.

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